Tourismus Zamora

HISTORY AND URBAN LANDSCAPE

Zamoras Geschichte verrät viel über seine Gegenwart und Zukunft. Sie ist der Schlüssel zum Verständnis der heutigen Stadt. Mittelalter und romanische Kunst und nicht zuletzt ein Fluss, der seit jeher wesentlicher Bestandteil dieser Geschichte war und noch immer ist, haben ihre Straßen und Plätze geprägt.

Vieles deutet darauf hin, dass die ersten Siedler keltische Vaccäer waren, doch gegründet wurde Zamora von den Römern, die den Ort „Ocellum Durii“ (Augen des Duero) nannten. Es war eine der Siedlungen an der Römerstraße Via de la Plata, die von Mérida bis Astorga reichte und in Zamora über den Duero führte. Aus dieser Zeit der ersten Berührung mit dem römischen Reich stammen auch die Chroniken des portugiesischen Hirten Viriathus. Mitte des 8. Jahrhunderts kamen die Araber in die Stadt und nannten sie Azemur (Wilde Oliven) oder Semurah (Stadt der Türkise). 893 eroberte Alfons III. der Große sie zurück, fasste sie mit einer Stadtmauer ein und machte sie aufgrund ihrer Lage und ihrer Charakteristiken zur wichtigsten Stadtfestung der christlichen Königreiche Spaniens. 981 wurde sie von Almansor dem Schrecklichen eingenommen, bevor sie einige Jahre später endgültig wieder in christliche Hände fiel. Ferdinand I. besiedelte den Ort 1061 neu, und auf ihn gehen auch der Wiederaufbau und die ersten Arbeiten an den bis heute erhalten gebliebenen Befestigungsanlagen zurück. Er verwandelte Zamora in eine uneinnehmbare Festung und gewährte dem Ort das Stadtrecht. Nach dem Tod von Ferdinand I. wurde das Land unter seinen Kindern aufgeteilt, wobei der Infantin Urraca Zamora zufiel. Während ihrer Herrschaft fand eines der wichtigsten Ereignisse der Stadtgeschichte statt, die sogenannte Belagerung von Zamora (El Cerco de Zamora). Sancho II., Bruder von Urraca, versuchte das Reich wieder zu vereinen, und nachdem er seine Geschwister vom Thron gestoßen hatte, begann er am 4. März 1072 Zamora zu belagern. Die Einkesselung dauerte mehr als sieben Monate und ging in das berühmte spanische Sprichwort „No se ganó Zamora en una hora“ ein (Zamora wurde nicht in einer Stunde erobert), was der deutschen Redewendung „Rom wurde nicht einem Tag erbaut“ entspricht. Die Belagerung endete am 7. Oktober 1072 mit der Ermordung des Königs Sancho durch Bellido Dolfos, der nach der Tat zusammen mit dem Cid durch eine Mauerspalte in die Stadt eindrang, die heute wahlweise als „Pforte der Treue“ oder „Pforte des Verrats“ bekannt ist. Das 12. Jahrhundert war das goldene Zeitalter der Stadt. In dieser Zeit bildete sich ihre heutige städtebauliche Struktur heraus und entstanden die meisten ihrer architektonischen Sehenswürdigkeiten. Der romanische Stil jener Zeit brachte Zamora den verdienten Ruhm einer „Romanischen Stadt“ ein. Im Laufe des 13. Jahrhunderts verlor Zamora aufgrund der weiter nach Süden vordringenden Reconquista seine strategische Bedeutung, und eine eher ruhige Periode begann. Dennoch war die Stadt gegen Ende des Mittelalters eines der wichtigsten urbanen Zentren in Kastilien und León.

Die Kriege gegen Portugal führten schließlich dazu, dass die Stadt und die Provinz Zamora ihre ursprüngliche strategische Bedeutung wiedererlangten.

Im 15. Jahrhundert, zur Zeit der Katholischen Könige, war die Gegend Schauplatz der Schlachten um den kastilischen Thron, die Königin Isabella gegen ihre Nichte Johanna von Kastilien führte. In der Schlacht von Toro am 1. März 1476 konnte Alfons V. von Portugal, ein Mitstreiter Johannas, besiegt und auf diese Weise die Herrschaft von Isabella und Ferdinand gefestigt werden.

Der Krieg gegen die Franzosen, die die Stadt mehr als drei Jahre lang besetzten (1809-1813), und der damit verbundene Säkularisierungsprozess hatten große Auswirkungen auf das künstlerische und kulturelle Erbe Zamoras. Das Motto „Muy noble y muy leal“ (Sehr edel und sehr loyal), das Heinrich IV. von Kastilien ihr verlieh, verdankt die Stadt ihrer berühmten Vergangenheit. In den letzten 200 Jahren verlief die Entwicklung zwar gemächlicher, hinterließ aber dennoch einige bemerkenswerte Bauwerke: Mehrere Adelshäuser aus dem 19. Jahrhundert und herrliche Jugendstilfassaden vom Beginn des 20. Jahrhunderts erzählen von einer Stadt, die zu jener Zeit in einzigartigem Licht erstrahlte.